Premiere des neuen Programms der Studiobühne Aschersleben

Wie Sie, die sich an meiner Arbeit interessieren, auf meiner Webseite lesen konnten, hatte das heiter, frivole Nachtprogramm erfreulicherweise die „Wiedervereinigung“ eines Teils der Studiobühne Aschersleben zur Folge und nach 25 Vorstellungen dieses Programms war die logische Konsequenz: Wie geht es denn nun weiter? Denn es war wieder der Spaß und die Freude an der gemeinsamen Ensemblearbeit aufgeflammt.

Aber wie kann etwas neues aussehen? Eine Frage die doch einige Elemente beinhaltet, wie z.B. soll das Programm heiter sein? Soll es nachdenklich machen?

Und so kam das wirkliche Leben der Studiobühne zu Hilfe und wartete mit einer Finanzkrise auf. Und als man die Nachrichten eifrig verfolgte, beschlich sicher einige das Gefühl, irgendwie kenne ich diese Situation. Oder auch, das habe ich doch irgendwie schon einmal gelesen.

Also entschlossen sich die Mitglieder der Studiobühne aus aktuellem Anlass noch einmal zurück zu schauen.

Welch wunderbare Zeit um die Widersprüche eines Jahrzehnts aufzuzeigen. So boten die angeblich „goldenen Zwanziger“ Stoff ohne Ende. So bekannte Autoren wie Tucholsky, Kästner, Ringelnatz und Klabund sowie Komponisten wie Hollaender, Kollo und Reuter machten auf die Zeit in ihrem Werk zwischen neureichen Kriegsgewinnlern und bitterarmen Arbeitern in Text und Musik aufmerksam.

Und so hat Brigit Eisfeld Texte und Lieder aus dieser Zeit zusammengestellt und ein Programm entstehen lassen unter dem beziehungsreichen Titel:

„Noch ne Million und noch ne Million“

Birgit Eisfeld, Annette Böttcher, Steffen Wendel, als neues Mitglied der Studiobühne konnte Robert Sack als Pianist gewonnen werden und natürlich meine Wenigkeit haben nun ein Programm was durchaus die Bezeichnung „Kabarett-Revue“ verdient. Denn neben dem schauspielerischen und rezitativen Element kommen auch der Gesang und sogar der Tanz nicht zu kurz.

Gier und Maßlosigkeit einer „feinen“ Gesellschaftsschicht und das bittere Elend der kleinen Leute, die später einem „Rattenfänger“ hinterherliefen sind in den Texten der Kabarett-Revue der Studiobühne zu sehen und zu hören.

Der Wahnsinn einer ungehemmten Unterhaltungslust eroberte auch die Hinterhöfe. Diese breite Palette spiegelt das Programm wider. Bekannte Chansons, banale Schlager und Tänze und heitere und nachdenklich machende Texte zeigen eine große Bandbreite an Gestaltungselementen, die den Mitwirkenden der Studiobühne manche Schweißperle auf die Stirn trieben. Spaß aber war das treibende Element in allen Proben – hoffentlich erreicht es auch das Publikum.