Cultoursommer 2014

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Endlich! Der Sommer ist da und mit ihm die Fußball-WM und lange laue Nächte. Doch was fängt der begeistert draußen sitzende Hallenser mit dem angebrochenen Sommer danach an? Schließlich ist ja noch jede Menge Jahreszeit übrig bis es wieder kalt und grau wird. Was gibt es Schöneres als die Abende gemeinsam draußen zu verbringen, auf dem Balkon, dem Biergarten oder …im Hof des nt beim Cultoursommer. Denn auch in diesem Jahr bekommt man dort passend zu den Temperaturen sommerliche Theaterabende geboten.
Seit nunmehr acht Jahren lohnt es sich, dort das ein oder andere Mal vorbeizuschauen, ein paar Freunden mitzunehmen und bei Bier oder Wein meiner Arbeit zuzuschauen un das in diesem Jahr mit sage und schreibe sechs verschiedenen Produktionen.

Gleich zu Beginn, am 23. Juli 2014 werde ich in einer Oper zu erleben sein. Die Intendantin der Hauptstadtoper Berlin, Frau Kirstin Hasselbach, hatte mich in „Der Kontrabass“ gesehen und mich kurzentschlossen eingeladen, die Rolle des Figaro in Mozarts Oper zu übernehmen. Wer sich jetzt fragt: „Singt der jetzt etwa auch noch?“ dem kann ich beruhigend zurufen: „Nein, nein“. Aber gesungen wird, und das auch noch in hervorragender Weise vom Ensemble der Hauptstadtoper Berlin, das an diesem Abend mit einer Variante von
„Die Hochzeit des Figaro“ gastiert.

Wer nicht bis zum Abend warten möchte der kann mich am 24.Juli bei Kaffee und Kuchen in der Nachmittagsvorstellung als den sächsischen Seemann Ringelnatz erleben.
Es wippt eine Lampe durch die Nacht“ ist nicht nur eine Gedichtzeile des beliebten Dichters, sondern es ist auch der Titel des Programms, mit dem Möckel bereits beim ersten Cultoursommer gastierte. Seither wird es von vielen Besuchern immer wieder gewünscht. Diesem Publikumswunsch trägt der Veranstalter auch in diesem Jahr gern Rechnung und so nehme ich Sie wieder mit auf eine Achterbahnfahrt durch Abgründe und Einsamkeiten, durch Höhenflüge und pure Lebenslust des Seemannes a. D. der Kleinkunst.

Unter der Regie von Erhard Preuk schlüpfe ich am 07.08.2014 dann in die Rolle des gescheiterten Musikers in dem Stück von Patrick Süskind
„Der Kontrabass“.

Sie erleben den tristen Nachmittag eines Mannes, allein in seinem schallisolierten Zimmer mit ein paar Bier und einem Kontrabass. Der namenlose Antiheld, im Orchester der Staatsoper verbeamtet auf Lebenszeit, scheinbar dazu verflucht, mit diesem größten aller Streichinstrumente zu leben und zu arbeiten, begegnet seiner Einsamkeit und sucht nun die Schuld seines Scheiterns bei diesem ach so sperrigen und doch unverzichtbarsten aller Orchesterinstrumente, dem Kontrabass. Normalerweise gehen Kontrabässe im Orchester unter, es gibt keine Soloparts, allenfalls Duette.

Mit dem Programm
„Hab´n Sie was mit Kunst am Hut?“
möchten Erhard Preuk, Stephan Gorn und meine Wenigkeit an einen Dichter erinnern, der viel zu früh im Jahre 2006 während der Fußball-WM, vom Krebst besiegt wurde und dessen letzte Worte waren: „Jetzt werde ich gar nicht mitkriegen wer Weltmeister wird.“ Es geht am 08.08.2014 in einer szenischen Lesung um den Schriftsteller, Lyriker, Cartoonisten und Filmdrehbuchautor Robert Gernhardt, in der die drei Künstler das Publikum in Robert Gernhardts Kunstkosmos entführen mit jeder Menge Höhen und Tiefen, scharfkantiger Kunst und blankem Unsinn, Quatsch, Komik, Tragik und Rhythmus.

Verabschieden werde ich mich vom diesjährigen Cultoursommer 2014 am 21.08.2014 mit einer humorvollen Lesung aus dem Roman
„Die Feuerzangenbowle“.
Heinz Rühmann hat diese Geschichte berühmt gemacht. Die Lesung lässt die wunderbar komödiantisch geprägten Szenen des legendären deutschen Filmklassikers mit der wichtigen Frage: „Wat is en Dampfmaschin?“ oder die dramatische Geschichte um die „alkoholische Gärung“ wieder entstehen.

Also! „Sätzen sä säch“!

…und lauschen Sie einfach dieser ewigen Geschichte über die Schule, wie es sie nie gegeben hat und wohl auch nie wieder geben wird. Ich lese Ihnen die Geschichte der “Feuerzangenbowle” und nutze die Romanvorlage von Heinrich Spoerl, aber auch die wohl etwas bekanntere Filmfassung von 1944. So hören Sie allzu Vertrautes, aber auch – welch Freude – Geschichten, die leider in keine der beiden Verfilmungen Eingang gefunden haben. Freilich lasse ich mir es nicht nehmen, die Lesung durch die nicht ganz gewöhnliche Geschichte des Films zu ergänzen und mit einigen Anekdoten zur Entstehung des Filmklassikers auszuschmücken. Vielleicht genießen Sie zu dieser Lesung ein Gläschen Feuerzangenbowle. Sie werden überrascht sein, wie gut dieses Getränk auch im Sommer seine bezaubernde Wirkung hinterlässt.