Lyrische Aussendung KW 37

In der vergangenen Woche ging ein Bild um die Welt. Ein Bild das einem visuellen Geschoss glich. Ein kleiner Junge lag ertrunken an einem Strand. Es zeigte den dreijährigen Ailan Kurdi, der mit seinen Eltern aus Syrien floh um nicht etwa nach Europa sondern nach Kanada zu seiner Tante, der Schwester seines Vaters zu fliehen. Ich finde es sehr gut solche Bilder als Aufrüttler zu benutzen um aus nackten Zahlen, die aus irgendwelchen emotionslosen Statistiken entnommen wurden auf menschliche Schicksale, die berühren und hoffentlich auch nachdenklich stimmen, aufmerksam zu machen.

Solidarität funktioniert nicht nur in eine Richtung, und diese Welle der Flucht ist keine einstweilige Zwangslage, dies ist eine Völkerwanderung. Europa wird sich dadurch verändern.

Und mal ganz ehrlich, Forderungen nach Grenzschließungen oder bürokratische Einhaltung von Verträgen sind da so sinnvoll wie die Bekanntgabe von Badetemperaturen der Saale in den  Monaten Januar und Februar.

Viele tausende Menschen haben ihre Heimat verlassen und sich auf einen Marsch der Hoffnung begeben, und so habe ich mich in dieser Woche für das Gedicht „Hoffnung“ von Friedrich Schiller entschieden.